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Benefizspiel FC Bayern – Regionalauswahl Niederbayern (01.09.2013)

Im Jubel um den spektakulären Supercup-Triumph ging es fast ein wenig unter, daß der FC Bayern am Sonntag den 1. September in Passau ein Benefizspiel gegen eine niederbayerische Regionalauswahl des Bayerischen Fußballverbandes zugunsten der Opfer des verheerenden Hochwassers vom vergangenen Juni bestritt. Auf verschlungenen Wegen gelang es auch drei MQs und einem unserer treuesten Sympathisanten, sich Karten für dieses Spiel zu besorgen und am Sonntag morgen mit dem Zug nach Passau zu reisen. Der Münchner Nieselregen verwandelte sich bei der Fahrt nach Niederbayern in Sonnenschein, so daß beim Eintreffen im Stadion vor deutlich mehr als 12000 Zuschauern alles bereitet war für ein großes Fußballfest. Bereits im voraus gebührt dafür den Organisatoren von der Stadt Passau, dem 1. FC Passau und dem SV Schalding-Heining ein großes Lob:
es hat alles reibungslos funktioniert!

Vor dem Spiel konnte Präsident Uli Hoeneß an Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold als Erlös aus dem Ticketverkauf (und aufgestockt durch Erlöse aus dem Verkauf des Triple-T-Shirts) einen Scheck für die Fluthilfe in Höhe von 250.000 Euro überreichen. Sportlich war es – natürlich – ein Kräftemessen zwischen ungleichen Gegnern, obwohl der FC Bayern mit Ausnahme von Keeper Starke, Jan Kirchhoff, Diego Contento, Rafinha und Xherdan Shaqiri ausschließlich mit Spielern der Amateurmannschaft antrat, was die Zuschauer mit Enttäuschung aufnahmen, andererseits durch die bevorstehenden WM-Qualifikationsspiele auch verständlich ist. Ein einheimisches SR-Gespann um Michael Emmer (wieder mit Assistent Zippe!) leitete die Partie.

Nach zwei Minuten konnte Emmer auch das erste Mal auf den Anstoßpunkt deuten, nachdem Mitchell Weiser zum 1:0 getroffen hatte. Wie sich Pep Guardiola, der verspätet eintraf, diesen Treffer vom durch die Fans frenetisch gefeierten „Interims-Coach“ Hermann Gerland schildern ließ, ist uns nicht überliefert, allerdings war das Raunen im Stadion beim Eintreffen des Spaniers unüberhörbar.

An dieser Stelle aber dürfen die Beobachtungen am Spielfeldrand getrost in den Hintergrund treten und wir widmen unsere volle Aufmerksamkeit dem Auftreten des Torhüters der Regionalauswahl, Max Putz von der SpVgg Hankofen (Bayernliga). Reihenweise machte der nicht mehr ganz junge und zur Korpulenz tendierende Schlußmann in fabelhafter Manier beste Chancen der Bayern zunichte – Christian Derflinger erzielte in der 22. Minute das 2:0 – und erhielt von den Zuschauern dafür mehrfach den verdienten Szenenapplaus. Putz erwiese sich später auch noch als fairer Sportsmann, als er Derflinger nach je einem abgewehrten Flachschuß und Abstauberversuch in den Arm nahm und tröstete. Gegen Shaqiris 3:0 nach einem formidablen Trick allein vor Putz war selbst dieser Titan machtlos und es konnte in die Pause gehen.

Zum Leidwesen aller Zuschauer wurde Putz zur Pause ausgetauscht, durfte sich jedoch in einer Platzrunde den verdienten Applaus abholen. Selten konnte sich ein Torhüter gegen den FC Bayern so auszeichnen wie dieser Amateurspieler. Chapeau! Die Regionalauswahl wechselte auch auf anderen Positionen kräftig durch, der FC Bayern kam unverändert aus der Kabine. Als zehn Minuten nach der Pause Shaqiri doch ausgetauscht wurde, konnte er sich der Flut der autogrammgierigen Kinder kaum erwehren, die ihn durch das halbe Stadion Richtung Kabine belgeiteten. Dabei ging es fast unter, daß Putz’ Nachfolger Rixinger in der 58. Minute einen Elfmeter von Tobias Schweinsteiger parierte. Mehrfach coachte Pep Guardiola in der Folge sehr engagiert an der Seitenlinie und schien mit dem Spiel seiner Mannschaft nicht zufrieden zu sein: erst in der 79. Minute erzielte wiederum Derflinger das vierte Tor für die Bayern und fünf Minuten vor Schluß deutete Schiri Emmer noch einmal auf den Punkt, von wo aus Schweinsteiger dieses Mal erfolgreich agierte – 5:0. Zum allfälligen Ehrentreffer für die tapfer spielenden Niederbayern lud Tom Starke in der Schlußminute ein – Lokalmatador Michael Pillmeier vom SV Schalding-Heining nahm dankend an.

Fast möchte man rundum zufrieden sein, hätte es nicht einen völlig unnützen (und auch verantwortungslosen) Wermutstropfen gegeben: in der 2. Hälfte brannte tatsächlich jemand in der Kurve mit den Bayern-Fanclubs einen Bengalo ab. Mußte das sein? Insgesamt konnten wir jedoch einen wunderbaren Fußballnachmittag erleben, der in uns auch das gute Gefühl zurückließ, schwer getroffenen Menschen mit unseren Tickets zumindest ein bißchen geholfen zu haben.

(rs)

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