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Hansis Welt: Hansi denkt nach und stellt die K-Frage

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Lange hat sich der Hansi und mit ihm wahrscheinlich die ganze Republik gefragt, ob die Kandidatur denn nun kommt – damit ist allerdings nicht diejenige von Uli, dem Paten, gemeint, denn die stand seit längerem fest und auch am DDR-ähnlichen Wahlergebnis von knapp unter 100 Prozent mochten wohl nur Utopisten und Aki Watzke zweifeln. Vielmehr dachte der Hansi da schon eher an die erneute Kandidatur unserer Kanzlerin, der Mutti der Nation, womit sie ihre persönliche K-Frage wie die ihrer Partei handstreichartig gelöst hat. Somit beschäftigt sich das Land nun nur noch mit der K-Frage einer anderen großen Partei und der des FC Bayern. Ist es denn nun eine Krise, die man als Bayern-Fan seit einigen Wochen durchlebt? Weil beim FC Bayern nun einige die philosophische Theorie entdeckt haben, daß Sprache das Bewußtsein bestimmt, wurde das Wort „Krise“ einfach aus dem bayerischen Wortschatz gestrichen (sicherlich ganz ohne Rücksprache mit Horst Seehofer, der nun keine passende Kombination mehr mit dem Determinans „Flüchtlings-„ hat). Zweifellos muß man sich nun den beobachteten Phänomenen jetzt auf deutlich kompliziertere Art und Weise nähern und erst einmal die Symptome beschreiben, um dann hinterher eine Diagnose stellen zu können, die aber anders bezeichnet werden muß als diejenige, die für den psychosozialen Bereich ansonsten gängig ist. Vielleicht empfiehlt sich dafür auch ein Besuch beim „Mull“, der ja berühmt-berüchtigt ist für seine Neologismen in der Diagnosestellung. Zweifellos ist es eine ungewohnte Situation, nicht mehr an der Spitze der Tabelle zu stehen (im Fall der Champions League wird das auch nicht mehr erreicht werden) und man hat offenbar auch vergessen, daß man in Dortmund auch verlieren kann. So gesehen scheint es eher eine neurologische Krise beim Konsumenten zu sein, daß er sich an die noch gar nicht so lange zurückliegenden Zeiten, in denen die beschriebenen Phänomene ebenfalls auftraten, nicht mehr erinnern kann oder mag. Der andere Teil der Wahrheit sollte aber nicht verschwiegen werden: die Spieler sind seit Jahren mental und physisch höchstbelastet, Abnutzungs- und Alterungsprozesse brechen sich Bahn. Ein neuer Trainer bringt ein anderes System mit, das möglicherweise wegen der erwähnten Belastungen nicht in der gewohnten und gewünschten Schnelligkeit adaptiert und in erfolgreichen Sport umgesetzt werden kann (gänzlich müßig ist die Frage nach der Güte des neuen Systems, da wir nicht wissen, wie ein Guardiola-System in der Saison 2016/17 funktioniert hätte). Außerdem ist die Frage zu stellen, was von Seiten der Funktionäre getan wurde, um die Belastungssituation, die Abnutzungs- und Alterungsprozesse abzufedern – sicherlich wurden große Summen investiert in einzelne Spieler, doch scheint noch der große Knaller zu fehlen wie auch die unverzichtbaren Ergänzungsspieler, die in solchen Situationen den Platzhirschen eine Auszeit verschaffen. Daß man sie nicht in den eigenen Reihen findet, hat auch etwas mit der seit Jahren suboptimal arbeitenden Jugendabteilung des Vereins zu tun, die Tabellensituation der Amateurmannschaft in der Regionalliga Bayern mit dem Abstand von Lichtjahren auf den Spitzenreiter aus Unterhaching ist nur die augenfällige Darstellung dieser Problematik. Nun weiß der Hansi natürlich nicht, ob diese holistische Diagnose in den entsprechenden Gremien so diskutiert wird, aber einer Sache ist er sich gewiß: wer Denk- und damit auch Sprachverbote erteilt, dem wird auch das Bewußtsein für die Problematik immer fehlen. Das kann kein Bayern-Verantwortlicher und kein Fan wollen, also raus mit der Sprache und diskutiert über den Fußball auf Euren Stammtischen und Weihnachtsfeiern, egal ob dazu Vereinsprominenz kommt oder nicht!

Mit einer K-Frage der erweiterten Art müssen sich auch die Freunde von der anderen Straßenseite beschäftigen. Die Krise ist dort seit vielen Jahren Dauergast und darf auch als solche bezeichnet werden. Allerdings kann man angesichts der letzten Ereignisse nicht mehr von Krise, sondern nur noch von Kasperltheater sprechen: Trainerentlassung, Geschäftsführer geschaßt, Hausverbot für Medien und oben drüber der Onkel aus Arabien, der wie ein unumschränkter Herrscher agiert. Eigentlich würde wohl nur eine dauerhafte Schließung dieser Spielstätte helfen.

Viel Spaß beim Philosophieren wünscht Euch

Euer

Hansi

(rs)

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