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Hansis Welt: Hansi (ent)sorgt (sich)

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Seit langer Zeit schon geht der Hansi mit Stofftaschen oder gar einem schicken Körberl zum Einkaufen. Demnach kann er seither auf sowas wie Plastiktüten verzichten, auch wenn es immer noch genügend Kunststoffmüll in allen möglichen Ladenregalen gibt. Der soll neuerdings nicht mehr in den Ozeanen der Welt landen und neue, eigenartige Kontinente bilden, sondern als Kunststoffaser in der Textilindustrie Wiederverwendung finden. Wie immer, wenn es also Gutes zu tun gibt und das auch noch trendy ist, ist der FC Bayern nicht weit und hat seine Spieler gegen Hoffenheim in solchen Recycling-Trikots auflaufen lassen. Offensichtlich hat man dabei nicht damit gerechnet, daß die Kraichgauer Tüftler und Cleverles vor allem in der ersten Halbzeit giftig wie Sondermüll waren und die bayerische Schaltzentrale um Xabi Alonso so weitgehend aus dem Spiel genommen haben, daß das Windrad auf dem der Arena benachbarten Fröttmaninger Müllberg bei Flaute noch produktiver ist. Zwingend mußte somit die eigene Ersatzbank recycelt werden und weil gleichzeitig auch der Brennwert beim Gegner in der zweiten Halbzeit nachließ, kam die Bayern-Offensive in der zweiten Halbzeit doch noch zu einigen Möglichkeiten, die aber allesamt nicht den Weg in die richtige Tonne fanden, so daß man sich am Ende doch wieder mit einem Remis begnügen mußte. Nun fragt sich die gesamte Bundesliga, ob es nur etwas mit den Müll-Trikots zu tun hatte, daß die Bayern phasenweise einen gscheidn Müll gespielt haben (der Müllberg scheidet als Ursache aus, da er schon immer da war und die Bayern aber nachweislich seit längerer Zeit keinen Müll mehr auf dem Platz produzieren) und welche Konsequenzen sich daraus für das Titelrennen ziehen lassen. Ist die Bayern-Dominanz vorbei, weil viele Protagonisten in Rot in die Jahre  gekommen sind? Hat sich die Konkurrenz auf das Spiel so eingestellt, daß es für die Bayern immer schwieriger wird? War das Guardiola-System doch besser als das von Ancelotti, der sich doch von einem Trainer-Baby wie Nagelsmann abkochen läßt? Der Hansi glaubt, daß diese Fragen ziemlicher Müll sind und sie so schnell verstummen werden, wie sie aufgekommen sind, wenn man statt Pfosten und Latte wieder ins Tor trifft. Zwischenzeitlich würde sich der Hansi auch freuen, wenn die Bayern nicht unbedingt einen Aufputscher in Form eines Gegentores bräuchten und dafür ganz umweltfreundlich in Fahrt kämen.

Hochgiftiger Sondermüll sind nach Meinung vieler Beobachter auch die Roten Bullen aus Leipzig, die jetzt mit den Bayern zumindest punktemäßig gleichgezogen haben. Da trifft es sich leider ziemlich dumm, daß ausgerechnet diese jetzt die Liga spannend halten und da sind, wenn der rote Riese aus München schwächelt. Der Hansi lernt daraus, daß die Unterscheidung zwischen Gut und Böse gar nicht so einfach ist: so kann der Rote Bulle doch wertvoll sein, wo er doch eigentlich ein Bad Guy ist und die bösen Bayern sind vielleicht doch die, die den Stier bei den Hörnern packen. Eigentlich sind das aber die Probleme der anderen Müllwerker der Liga, etwa derjenigen aus Dortmund, Leverkusen oder Schalke. Sicher würden dabei gerne noch andere mitwirken, wenn sie sich nicht selbst mit Problemen so zugemüllt hätten, daß man zum Notstandsgebiet wird wie etwa der ruhmreiche HSV. Der verdarb seiner Legende Uwe Seeler die Geburtstagsparty so sehr, daß selbst tagelang ungekühlt gelagerter Fisch noch frischer daherkommt als die Rothosen. Eine Lösung ist so wenig in Sicht wie ein neuer Sportdirektor und weil man ja zuletzt schon den Trainer entsorgt hat, ohne einen Effekt zu erzielen, geht’s nun dem Vorstand Dietmar Beiersdorfer an den Kragen und er sieht sich selbst schon über der Kartonagenpresse des Aufsichtsrates schweben. Genau dort ist man in Ingolstadt schon gelandet und hat Trainer Kauczinski entsorgt und mit Michael Henke einen alten Bekannten recycelt, der aber noch keine finale Lösung darstellt, sondern eher ad interim agieren soll. Wertstoffkreislauf stellt sich der Hansi anders vor.

Die Müllkrise als Dauergast – falls Ihr jetzt gedacht habt, daß der Hansi über die Niederungen der neapolitanischen Kommunalpolitik schreiben will, dann muß er Euch enttäuschen, denn es geht doch „nur“ um den Turnsportverein aus Obergiesing. Parallelen drängen sich allerdings auf – unklare, mafiose Strukturen, in denen sich einige durch die Krise gesundstoßen und schließlich naht dann die Hoffnung doch wieder aus Fröttmaning, um die Problematik zu lindern. Mit Ergebnissen wie in Sandhausen dürfen wir sicher sein, daß dieser geschlossene Wertstoffkreislauf auch weiterhin funktionieren wird.

Recycelts Euch in der Länderspielpause gut und bis bald,

Euer

Hansi

(rs)

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