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Hansis Welt: Hansi ißt

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

„Und kam die goldene Herbsteszeit und die Birnen leuchteten weit und breit…“ – so dichtete schon der gute alte Herr Fontane über die aktuelle Jahreszeit, die mit reicher Ernte Keller und Tische füllt. So gestaltet sich auch die Kulinarik im Moment so bunt und abwechslungsreich wie zu kaum einer anderen Jahreszeit und treibt einem passionierten Koch wie dem Hansi eine freudige Röte ins Gesicht, die man sonst eigentlich nur vom Trikot der Bayern kennt. Zwei echte Leckereien standen dabei in der vergangenen Woche auf dem Speiseplan: gab es am Samstag noch niederrheinischen Sauerbraten, ganz original vom Fohlen, so sollte im Pokal, quasi als Dessert, echter Augsburger Datschi serviert werden. So gut sich das alles in der Theorie anhören mag, so ernüchternd war die Realität: wenig war bei den Gladbachern von den letzten Auftritten gegen die Bayern zu sehen – immerhin hatten die Bayern keines der letzten vier Treffen gewonnen, zwei davon sogar verloren -, vielmehr schmeckte das alles wie ein Billig-Fertigprodukt mit Fleisch vom alten Klappergaul, so daß sich die Bayern nach der beruhigenden 2:0-Pausenführung eher gelangweilt zurücklehnten und ihr Pensum noch herunterradelten wie ein Landmetzger seine Aufschnittwurst. Bezeichnend für das gesamte Spiel war es da schon eher, wie die Diskussion um das Selfie von Douglas Costa die Kritik hinterher bestimmte – was soll der Bub denn auch machen, wenn’s Essen nicht schmeckt?

Freilich konnte man den Frust auch schnell wieder vergessen, denn mit dem FC Augsburg gastierte im Pokal ein Gegner, der sich seit dem Bundesliga-Aufstieg immer teuer verkauft hat und bekanntlich versöhnt eine gute Portion Süßes ja durchaus mit weniger gelungen Teilen eines Menüs. Doch schnell wurde klar, daß sich auch in diesem Spiel ein ähnliches Bild bieten sollte: harmlose Augsburger als matter Abglanz früherer Weinzierl-Zeiten und Bayern, die nach frühen Toren das Spiel sicher nach Hause brachten. So sah das Dessert zwar aus wie ein Datschi, garniert mit drei sauberen Sahnetupferln, doch waren die Zwetschgen geschmacklos-wäßrig und für die Sahne hatte der Konditor ganz eindeutig den Zucker vergessen! Gelegentlich drängte sich beim Zuschauer sogar der Eindruck auf, er oder sie wäre bei einem Handballspiel, weil die Bayern so ungestört um den Strafraum passen konnten – allerdings sollten die Bayern dann auch noch eine Art Kempa-Trick für den Fußball entwickeln, damit das Spiel noch schneller und variantenreicher und für den Gegner undurchschaubarer wird. Insgesamt zeigten die Bayern wieder jene Souveränität, die für die aktuelle anstrengende Phase mit Samstag-Mittwoch-Rhythmus so wichtig ist, weil sie die eigenen Kräfte schont. Somit kann man sich auch beruhigt auf den Weg nach Augsburg machen, wo die Augsburger dann in der Liga beweisen können, daß sie doch noch nicht alles verlernt haben. Die Bayern und der Hansi aber werden sich den Datschi aber auf jeden Fall schmecken lassen!

Als alter Häferlgucker hat der Hansi natürlich aufgespitzt, wie in anderen Küchen gearbeitet wird. Dabei ist ihm aufgefallen, daß aktuell grad in Leverkusen jegliche Gourmandise auf wie neben dem Platz verlorengegangen ist. Sportlich ungenügend waren die Auftritte gegen Hoffenheim wie gegen Lotte, menschlich dagegen Roger Schmidts verbaler Ausrutscher gegen den Kollegen Nagelsmann. Der Hansi rät daher, a bißl weniger von den hauseigenen Wunderpillen ins Mannschaftsessen zu tun, vielleicht findet man ja dann wieder in die Erfolgsspur zurück. Aus derselben sind momentan die Freunde aus Dortmund, die sich gegen Ingolstadt eher zum Remis gequält als gespielt haben und auch im Pokal das Zufallselement des Elfmeterschießens zum Weiterkommen gebraucht haben. Nun steht dort allerdings der Currywurst-Gipfel gegen Schalke 04 an, die sich rechtzeitig in Form gespielt haben und wo nun auch die schon beschriebenen, nicht immer angenehmen Methoden des Markus Weinzierl die herbstlichen Früchte zu tragen scheinen. Der Hansi wird deshalb auch dieses brisante Treffen am Dortmunder Büdchen verfolgen und schauen, was so aufgetischt wird.

Ganz schlecht wird’s dem Hansi immer wieder, wenn er nur dran denkt, was auf der falschen Seite der Grünwalder Straße serviert wird. Die Blauen freuen sich momentan sicher noch über den deftigen Würzburger Schmaus, den sie da unter der Woche genossen haben, doch sollten sie schnell drüber nachdenken, was eine „Flotte Lotte“ in der Welt der Küche bedeutet……

Guten Appetit!

Euer

Hansi

(rs)

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