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Hansis Welt: Hansi kocht

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Gekocht wird heutzutag ja überall – sei es nun auf diversen TV-Kanälen oder ganz real vom Tagescafé unterbeschäftiger Mütter bis hin zu den altehrwürdigen Sternelokalen berühmter Kochlöffel-Maestri. Der Hansi macht da keine Ausnahme (auch wenn sich seine bescheidenen Kenntnisse eher auf Schweinsbraten mit Knödel und Kraut beschränken) und hat seine Kochfähigkeiten nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt sogar auf das Fach „Wut“ ausgeweitet. Er fand sich zu seiner Überraschung in derselben Kochklasse wieder, die auch Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge besucht – zusammen mit den Mitschülern wurde aber erst darüber gewitzelt, daß der gute Karl-Heinz doch ausgesehen hat wie „Osram“ Heynckes in seinen besten Tagen (angesichts der großen Affinität Rummenigges zu China und seinen Märkten und dem Verkauf des Glühbirnengiganten nach Fernost erreichte die Fröhlichkeit in der Runde auch gleich den Siedepunkt). Zumindest bei den Bayern-Fans im Kurs gab es aber kaum Differenzen mit dem großen Vorsitzenden in Bezug auf den Inhalt seiner Brandrede: Einstellung und Willen wurden bemängelt, ja sogar erste Zweifel an den Fähigkeiten von Chefkoch Ancelotti wurden geäußert. Solche hat der Hansi ja nicht, schließlich hat es Ancelotti mit durchaus intelligenten Erwachsenen zu tun und der Trainer selbst hat sich durch seine wiederholten Bekenntnisse zu Schinken, Wurst und Pasta durchaus als veritabler Gourmet geoutet. Damit sollte es dann auch in der Champions League gegen Eindhoven wieder klappen, zumal sich gegen die Mannschaft von Philipps-Philipp Cocu doch kein Bayern-Verantwortlicher einen weiteren Auftritt als Werbeträger des Konkurrenten des niederländischen Lampenladens leisten kann und es in jedem Fall besser aussieht, wenn ausschließlich die heimische Arena in Rot erstrahlt. Und mal ehrlich: wer würde es denn schon gerne sehen wollen, wenn Carletto sich Kochtipps eines bekannten Münchner Chili-Ingwer-Vanille-Zampanos holte, um der Mannschaft Feuer unter dem Allerwertesten zu machen? So liegt es also an den Spielern, eine Hungerrevolte auf den Rängen zu verhindern, weil zum wiederholten Mal nur eine Wassersuppe gereicht wird (die dann noch nicht mal aufgeschmolzen ist) oder wieder versöhnliche Stimmung herrscht, weil feinste Genüsse aufgetischt werden.

Ein eher verbranntes  Verhältnis hat der Hansi ja eigentlich zu den Currywurst-mit-Pommes-Experten aus Dortmund, was er vor der Länderspielpause in Thomas Tuchels Heulsusenveganer-Lamento über die eisenhart spielenden Leverkusener eher noch bestätigt fand. Sieht man sich den vergangenen Spieltag mit seinen rekordverdächtigen zehn Elfmetern an, so muß der Hansi schon zugeben, daß im Moment ein bißchen zu sehr eingestiegen wird (wirklich Unrecht hatten die Unparteiischen mit ihren Entscheidungen ja eher nicht). Zieht man noch die Platzwunden oder so schwere Verletzungen wie die des Schalkers Breel Embolo hinzu, so möchte man gern auf den Platz rufen, die Knochensäge stecken zu lassen und es doch mal eher mit dem Schneebesen für die leckeren aufgeschäumten Sachen zu versuchen. Aufgeschäumt ist auch das Stichwort für die Dinge, die momentan zwischen Markus Weinzierl und Stefan Reuter passieren: beide führen sich auf wie eitle Gockel, die ihr Dasein als beleidigte Leberwurst mit Hingabe pflegen, offensichtlich hat man beiderseits keine anderen Probleme als die gegenseitige Nichtbeachtung. Vielleicht wäre es für beide hilfreich, mit einer Radikaldiät wieder den Blick auf die Realitäten der Fleischwolfregionen der Tabelle zu bekommen.

Dort sind auch die Fast-Food-Köche von der Grünwalder Straße Stammgast, allerdings muß sich der Hansi schon fragen, ob es mittlerweile nicht mal mehr dafür reicht. Der Auftritt gegen Düsseldorf war so blutleer, daß ein Vampir beim Zubeißen den Hungertod sterben würde. Prompt kam auch die Schelte aus dem Mittleren Osten, so daß man sich fragen muß, wann manch ein Verantwortlicher den (Koch-)Löffel abgeben muß.

Buon appetito wünscht Euch

Euer

Hansi

(rs)

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