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Hansis Welt: Hansi und das Eigentliche

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Eigentlich hatte der Hansi seine Worte zum Wochenende schon zu Ende formuliert gehabt. Eigentlich dachte der Hansi, er könnte über Schamanismus, den Sabbat und artverwandtes, mehr oder weniger esoterisches Gedöns sprechen. Eigentlich. Doch dann kam nach dem ohnehin schon stimmugskillenden Champions League-Auftritt in Porto auch noch eine Erupton an einer Stelle, wo sie wohl kaum einer, und sei er noch so ein intimer Kenner der Bayern-Innereien, vermutet hätte. Seit beinahe vier Jahrzehnten war Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth für alle körperlichen Wehwehchen der Bayern-Spieler die erste Adresse, viele andere Sportler vertrauen seit ebenso langer Zeit der medizinischen Expertise des Bayern-Docs. Nun scheint aber zumindest in Bezug auf die Bayern Schluß zu sein mit der medizinischen Expertise jenes Arztes, der auch für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft tätig ist. Der Hansi steht da natürlich mit seiner niederbayerischen Baumschulausbildung daneben und fragt sich. Er fragt sich, was da los ist, was das soll und warum es das genau jetzt braucht.

Wenn man mit der am einfachsten zu beantwortenden Frage anfängt, nämlich derjenigen nach dem richtigen Timing, so liegen die Antworten auf der Hand: nein, gebraucht hätts das jetzt nun wirklich nicht. Man hat mit dem Rückspiel gegen Porto eigentlich genug vor der in Portugal arg gerupften Hühnerbrust und müßte sich nicht mit Nebenkriegsschauplätzen aufhalten. Das Timing war also definitiv falsch.

Weniger einfach wird schon die Beantwortung der Fragen nach dem Was und dem Warum. Eines scheint zumindest festzustehen: nach dem Spiel in Porto muß es zu einer kataraktschen Auseinandersetzung über den Gesundheitszustand einiger Spieler gekommen sein, wobei nicht klar ist, ob Karl-Heinz Rummenigge diese begonnen hat oder doch eher Trainer Guardiola. Bei der Ursachenforschung hat natürlich das Spiel in Porto eine wesentliche Rolle gespielt, wobei bei näherem Hinsehen die ganze Problematik des Gesundheitszustandes der Spieler schon seit einger Zei vereinsintern umstritten zu sein scheint. An dieser Stelle haben wir vor einigen Wochen schon Guardiolas Vorliebe für seinen katalanischen Spezi Dr. Cugat diskutiert, die zu qualifizieren an dieser Stelle natürlich nicht statthaft ist. Faktum ist aber auch, daß die dortigen Behandlungsmethoden nicht zu einer schnelleren und besseren Heilung der Rekonvaleszenten geführt haben.

Was soll es nun? Dem Doc scheint nach einer länger dauernen Auseinandersetzung der Kragen geplatzt zu sein, was der Hansi durchaus verstehen kann: Pep läßt sich in seinem Taktik-Tabernakel auch nichts dreinreden und so kann man einen Mediziner  verstehen, der sich von Laien keine Vorschriften machen lassen will – mal ganz davon zu schweigen, daß das Vertrauensverhältnis zwischen Angestellten und Arzt ein ganz besonderes ist und auch leitende Angestellte darin nix verloren haben.  Sollten sie es dennoch versuchen, so erfüllt das zumindest in bayerischen Gefilden den irreversiblen Vorwurf der Gscheidhaflerei wider besseren Wissens. Freilich zeigt dies alles, daß hinter den Kulissen bei weitem nicht eitel Sonnenschein herrscht und es offensichtlicht deutliche Meinungsunterschiede zwischen dem Trainer und anderen, für den Erfolg ebenfalls nicht unwichtigen Menschen gibt. Es ist dabei bemerkenswert, daß diese Zwistigkeiten ausgerechnet jetzt, in der wichtigen Phase der Saison auftreten, in der sich entscheidet, ob auf die Pflicht der Meisterschaft vielleicht noch Kür und i-Tüpferl in Form von DFB-Pokal und Champions League folgen. Ferner stellt sich die Frage, zwischen wem es möglicherweise noch knirscht und wann dort die Explosion erfolgt.

Einige Journalisten haben darauf hingewiesen, daß sich Müller-Wohlfarth schon zu Jürgen Klinsmanns Zeiten zurückgezogen hatte, aber später doch wieder zurückgekehrt ist. Das läßt einerseits darauf hoffen, daß das berühmte Tischtuch zwischen dem Verein und seinem legendären Arzt doch noch nicht ganz zerschnitten ist. Andererseits führt das den Hansi zu jenen Gedanken, die momentan an anderer Stelle eifrig gedacht werden, wenn es um den Trainer geht und diese munter getauscht werden. Darüber wollte der Hansi hier auch sprechen, weil ja damit ein Beben ausgelöst wurde, das seine Schockwellen bis weit über die Bundesliga hinaus verschickt hat. Damit wären wir aber wieder beim Eingangsthema “eigentlich”, zu dem auch Hansis Ansichten über den Verein aus der Bayern-Nachbarschaft gehören. Unsere eigene Misere hat dem Hansi aber sogar das Lästern über die dortigen Probleme vermiest, weswegen er sich in dieser Woche aller Kommentare über die dortigen Zustände enthält.

Deswegen wünscht er sich einfach nur, daß wieder erfolgreich Fußball gespielt wird – sonst nix.

Euer

Hansi

(rs)

 

 

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