MonacoQueers

You Are Viewing

A Blog Post

Hansis Welt: Hansi und das gewisse Etwas

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Wie der Hansi gehört hat, geht der FC Bayern nun am letzten Wochenende ja doch noch auf die Wiesn! Neben reichlich Maßn (dieses Wort hat den Hansi jetzt eine halbe Stunde gekostet, um die Autokorrektur auf seinem Rechner zu überlisten, deswegen wird das allwöchentliche Pamphlet fürderhin wieder in der altehrwürdigen karolingischen Minuskelkursive entstehen), Brotzeitbrettln, Schweinshaxn und Apfelstrudel (Kaiserschmarrn wurde kurz vor der Wiesn von der Karte genommen, weil es Ärger mit der Schweizer Justiz gab, dafür steht nun anläßlich des Besuchs von Arnold Schwarzenegger dem seiner Mama ihre Mehlspeis‘ auf derselben) wünscht der Hansi den Spielern des FC Bayern viel Erfolg beim Anbandeln. Anbandeln funktioniert auch auf der Wiesn nur mit dem gewissen Etwas beim Gegenüber und in diesem Sinne ist das eigentliche Gegenüber beim FC Bayern momentan nicht Eff-Zeh aus Köln oder gar die Athletiker aus Madrid, sondern eher das Spiel, der Fußball an sich. Dem fehlt momentan a bißl das gewisse Etwas: brav und bieder kommen die Roten daher, mit der Scheu des jungen Fräuleins vor Ball und Tempo, auch das Aufbauspiel ist bestimmt von der Akkuratesse der jungen Dame, die sich das erste Mal schminkt und dabei die Linien a bißl verzieht. Zu allem Überfluß braucht sie dafür auch noch mehr Versuche als einem lieb sein kann, übersetzt bedeutet das, daß man gegen Köln zwar 27 Mal (!) aufs Tor geschossen hat, aber dabei nur einmal getroffen hat. Das ist zwar alles nicht komplett greislig, schön ist aber anders. Der Hansi wünscht sich daher nichts sehnlicher, daß sich dieser Zustand wieder ändert und damit am Ende einer solchen Woche auch wieder die Erfolge stehen: zum einen, weil sich die Gastgeber von Atletico Madrid wegen ihrer vielen Gemeinheiten (von Diego Simeone, der ständig aus seiner Coaching-Zone abhaut, bis hin zu absolut unzumutbaren loci imperiales im Gästebereich) a saubere Watschn mal wirklich verdient haben, zum anderen tritt doch auch der Geißbockzuchtverein nicht auf wie ein waschechter Tabellenführer und Oberprotagonist des jogo bonito. Der Hansi hofft nun, daß die anstehende Länderspielpause wie eine Art Exerzitien auf den rot-weißen Kader wirken möge und dieser daran herauskommen möge wie ein bezauberndes Etwas, bei dessen Anblick einem der Atem stockt und die Sprache wegbleibt.

Schon lange würde die schwatz-gelbe Kreatur aus dem Ruhrpott den Bayern die Position als Verein mit dem gewissen Etwas streitig machen. Phasenweise mag das gelingen wie etwa beim Tête-a-tête mit den madrilenischen Balletteusen, wenn es dann allerdings „nur“ gegen brave Handwerker wie etwa Leverkusen geht, zeigt sich jedoch schnell die Limitiertheit der Biene Majas. Würde mancherorts nicht gerade eine Krise des FC Bayern herbeidiskutiert, würde ein vielstimmiges Lamento über die Monotonie der Liga ausbrechen, weil ja nicht mal mehr in Dortmund dem Münchner Chic etwas entgegenzusetzen ist! Das kann der FC Schalke 04 schon lange nicht mehr, auch wenn es bemerkenswert ist, daß man sich nun sowohl international wie national in Schale geschmissen hat und damit alle Diskussionen um den richtigen Stil zwischen Consol und Nordstern zumindest vorerst verstummt sein dürften. Die größte Überraschung ist sicherlich das Revival der ganz alten Dame aus Berlin – ob es sich dabei nun um den x-ten Frühling handelt, der auch wieder verblüht oder die Hauptstadt wenigstens im Fußball dauerhaft mit dem gewissen Etwas bestechen kann? Die bezaubernde Piroschka, die Inkarnation des gewissen Etwas, würde wahrscheinlich sagen: „Pal, mach Signal!“

Ein „Etwas“ findet sich in München auch in Obergiesing. Gewiß ist dabei einzig und allein, daß „es“ meistens genauso skurril auftritt wie manche Damen in der Ingolstädter Straße. Mag dort der Anspruch sein, vom Fremden zum Freund zu werden, so klafft an der Grünwalder Straße doch eine große Lücke zwischen den Träumereien vom eigenen Stadion und unwürdigen Auftritten: sportlich in Würzburg bauchgelandet, Fanverhalten wie eine frühpubertäre Pennälertruppe.

Der Hansi wird über die Länderspielpause weiter nach dem gewissen Etwas suchen – solltet Ihr zwischenzeitlich fündig werden, gebts Bescheid!

Bis bald,

Euer

Hansi

(rs)

Leave a Reply