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Hansis Welt: Hansi und das Überirdische

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Gelegentlich kann ja auch der Hansi als alter Fahrensmann des Fußballs noch etwas dazulernen – so geschehen am letzten Samstag, als es in der Liga eine dritte und eine vierte Halbzeit gegen den FC Augsburg gegeben hat. So sehr diese Konstellation in den Bereich des Übersinnlichen gehört hat, so wenig war es am Ende das Ergebnis: wiederum gab es drei Tore für den FC Bayern, nur eines für die Datschiburger. Diese zeigten sich zumindest bezüglich ihrer Einstellung stark verbessert gegenüber ihrem Pokalauftritt in der Allianz-Arena, wobei dem Hansi noch gänzlich schleierhaft ist, welche parapsychologischen Tricks Dirk Schuster angewandt hat, um sein Team aus der unwirklich scheinenden Trance zu holen. In Teilen übersinnlich war auch die Show, die Robert Lewandowski und Arjen Robben in Augsburg abgezogen und damit auch die Torflaute des Polen beendet haben – vieles davon war vor allem für die Augsburger zu schnell und zu gut, um noch mithalten zu können. So gesehen war man bestens gerüstet für die Auswärtsfahrt zum Champions-League-Spiel in Eindhoven, von wo Ritter Arjen einst ausgezogen war, um der Welt das Fürchten (und Staunen) zu lehren. Prompt titelte das Groschenorgan unserer Nachbarn, die „AD“ (den Älteren unter uns noch als „Algemeen Dagblad“ bekannt), auch gleich von einer Rückkehr als Held, worauf Arjen derart ins Numinose überhöht schien, daß er den Eindhovenern die meiste Zeit während des Spiels als eine Art Unberührbarer erschien, den man am besten gewähren ließe. Nun mag man logisch daraus folgern, daß damit dem Bayern-Spiel eine Rasanz beschieden gewesen wäre, die möglicherweise nur irgendwo zwischen Raumschiff Enterprise und den Blitzen von Göttervater Zeus zu finden wäre, hätte die launische Fortuna (die wohlgemerkt nicht mit Trainer Ancelotti zu verwechseln ist) nicht Xabi Alonso auf den Platz gestellt. Dieser agierte oft mit der Gemächlichkeit eines holländischen Wohnwagenfahrers und produzierte dabei auch noch eine erkleckliche Anzahl von Fehlpässen – ein Phänomen, das in letzter Zeit bei ihm mehrfach aufgetreten ist und wegen seiner zentralen Rolle im Bayern-Mittelfeld besonders schwer wiegt. Wenn nun ausgerechnet Ritter Arjen davon spricht, daß man mit solch einer Spielweise ab dem Achtelfinale Probleme bekommen könnte, dann kann der Hansi nicht umhin, zumindest leise Zustimmung zu signalisieren und Xabi aufzufordern, vielleicht mal unkonventionelle Methoden anzuwenden, um diese so ungewohnte wie gefährliche Problematik abzustellen. Zumindest in der Champions League ist der ganz große Druck bis ins neue Jahr hinein mit der Qualifikation für das Achtelfinale ja vorbei (gegen Atletico Madrid geht es freilich noch um die Ehre, schließlich sind da noch einige Scharten auszuwetzen), so daß Xabi dieses Problem nun auch mit der ihm gerade so vertrauten Gemütlichkeit angehen kann. In der Liga gastiert derweil eine der Überraschungsmannschaften der neuen Saison, die TSG Hoffenheim in der heimischen Arena. Daß sich bei den Gästen nicht alles mit Hilfe von Logarithmen programmieren läßt (schöne Grüße an den Hauptsponsor), dafür wird der FC Bayern schon sorgen – und darf sich somit gleichzeitig ein wenig von Hansis propagierter Übersinnlichkeit zuschreiben.

Ungewöhnliches ist derzeit auch im Revier festzustellen: Dortmund kann erneut ein Bundesliga-Spiel nicht gewinnen, was umso schwerer wiegt, als es gegen die verhaßten Rivalen vom FC Schalke 04 passiert. Noch wunderlicher mutet alles an, wenn man einen Blick auf die Statistik wirft: ganze zwei Mal schossen die schwarz-gelben Turbofußballer aufs gegnerische Tor (nein, das soll keine Ausrede für Xabi Alonso sein!). Neue Welten also im Kohlenpott?

Gänzlich irdisch wäre jetzt eine Bemerkung über den Turnsportverein, der im letzten Spiel vom Glück so bevorzugt wurde, daß es schon fast außergewöhnlich war. Also beschäftigt sich der Hansi lieber weiterhin mit den Dingen von der rosa Wolke, wozu zweifellos der erste Einsatz des als Flüchtling nach Deutschland gekommenen, syrischen Ex-FIFA-Schiedsrichters Hamdi Al-Kadri in der A-Klasse Neumarkt beim Spiel zwischen der DJK-SV Pilsach und Oberölsbach gehört. Das beweist, daß der Mensch ganz schön außergewöhnlich sein kann, wenn er nur will…

Ein schönes Wochenende wünscht Euch

Euer Hansi

(rs)

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