MonacoQueers

You Are Viewing

A Blog Post

Hansis Welt: Hansi und der Sepp

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Heute will sich der Hansi mal mit seinem alten Spezl Sepp beschäftigen. Zurecht wird sich der eine oder andere fragen, ob der Hansi einen Maibock zu viel erlegt hat – Sepp Maier  hat es nicht mehr notwendig, in diesem Rahmen erwähnt zu werden, auch wenn beide als Brüder im Geiste dem Tabak huldigen und deswegen stets die Nase voll haben.

Weil aber, wie es früher hieß, „jeder Depp Sepp hoaßt“ ,hat natürlich auch der Hansi noch mindestens einen Sepp auf der Pfanne. Im speziellen Fall ist es nun ein außerbayerischer Sepp, der demzufolge auch eher unter seinem Künstlernamen Jupp bekannt ist, dem der Hansi heute seine Reverenz erweisen will. Man ahnt es also schon, es geht heute um das Geburtstagskind Jupp Heynckes und seinen runden Ehrentag: Statistiken will der Hansi an dieser Stelle nicht aufzählen, weil darin ohnehin die professionellen Postillen mit ihren armadaähnlichen Archiven besser sind. Hier geht es also einzig darum, gute Wünsche zu übermitteln und Dank zu sagen für eine außergewöhnliche Lebensleistung, deren Höhepunkte im großen Rahmen der FC Bayern-Familie erreicht wurden. So darf der Hansi also nochmal das Triple auspacken und sich, immer ein wenig wehmütig, an die Zeit vor zwei Jahren erinnern, als der FC Bayern von Sieg zu Sieg eilte. Viele Bayern-Fans nutzen diese Zeit auch als Projektionsfläche für das abgedroschene Mantra, daß früher alles besser war, was in diesem Fall doppelt falsch ist: 2013 fällt bei weitem noch nicht – auch nicht in die gefühlte Kategorie „früher“ – und Don Jupps erstes Engagement bei Bayern mit der heutigen Zeit vergleichen zu wollen, hieße Äpfel mit Birnen vergleichen zu wollen. Denkt man nur an die Diskussion um die Einführung des fünften Punktes, so wird die Unmöglichkeit dieses Unterfangens evident.

Heute ist der Jupp ein Pep, der sich mit dem FC Bayern ebenfalls die Champions League sichern möchte. Scheinbar übermächtig steht Jupps Schatten über dem Pep, manchmal meint man, er würde ihn bald erdrücken. Nach der Hinspielniederlage im CL-Halbfinale in Barcelona scheint dieser Schatten noch größer denn je, Trost scheint mancher Fan in der Vergangenheit noch leichter als sonst zu finden. Schnell werden Diskussionen vom Zaun gebrochen, ob der Trainer-Guru noch ein Guru sei, wie er wirklich ticke und – als Höhepunkt der Diskussion – werden Floskeln aus dem Bereich der Kraftausdrücke benutzt, um den Frust über die Ergebnisse der Mannschaft des jetzigen Sepp zu ersticken. Auf den ersten Blick erscheint das verständlich, auf den zweiten aber wenig zielführend: was jetzt nötig ist, sind positive Gedanken von allen Seiten und gleichzeitig ein sicheres Gespür für das  Erreichte und noch Mögliche. Erreicht wurde der Meistertitel, der gleichzeitig die Silberhochzeit der Bayern mit der „Salatschüssel“ bedeutete, dazu das Halbfinale im manchmal so störrischen DFB-Pokal, der seinem eigenen Rhythmus wie ein alter Esel folgt. Noch zu erreichen ist das Finale der Champions League, auch wenn es natürlich als übermenschliche Aufgabe erscheinen mag. Dabei ist jetzt aber doch ein kurzer Blick in die jüngste Vergangenheit nötig: vor gerade mal zwei Jahren wurde der FC Barcelona in München mit vier Toren nach so nach Hause geschickt, wie manch ein Zeitgenosse den FC Bayern  am Mittwoch messikriert gesehen haben will. Interessant ist dabei die Tatsache, daß beide Teams  in nahezu identischer Besetzung aufgelaufen sind, womit dann wiederum dieser Vergleich  erlaubt  ist.  Wem das alles noch zu sehr als Hirngespinst erscheint, der sei an das Viertelfinalrückspiel erinnert, in dem man mit  einer unbezwingbaren Mentalität den FC Porto in hohem Bogen aus dem Wettbewerb katapultiert hat. Gerade diese Mentalität ist es aber, die Spiele dieser Bedeutung letzten Endes entscheidet, weshalb der Hansi auch nicht glaubt, daß  die Bayern gegen Barcelona ausscheiden. Vielleicht geht man zu weit, wenn man dieses Spiel zu einer Glaubensfrage stilisiert, doch muß die Frage erlaubt sein,  ob es wirklich gut tut, wenn vor einem solchen Spiel alles, was bis dato doch so toll gelaufen ist, zerredet wird. Zusammenhalten muß das Ziel sein, dann wird auch Barcelona, das viel stärker  erschienen ist, als es wirklich war, geschlagen und am Ende dürfen alle freudig vereint singen: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

In diesem Sinne wünscht der Hansi allen ein erfolgreiches Wochenende!

(rs)

Leave a Reply