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Hansis Welt: Hansi und die stille Nacht

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Wenn wir uns – und der Hansi bildet da keine Ausnahme – dieser Tage in das vorweihnachtliche Getümmel stürzen (müssen), werden wir von allen Seiten mit mehr oder weniger erträglicher Musik zugedröhnt, wahlweise tun es sich die Menschen sogar freiwillig an, indem sie Konzerte besuchen und dort Musik in jeglicher Darreichungsform konsumieren. Selbst der FC Bayern war dabei nach dem Spiel gegen die Flügelbullen aus Leipzig keine Ausnahme, bot doch der Tölzer Knabenchor im Rahmen einer großen Lichtshow seine Version von „Stille Nacht“ dar. Gerade dieser Klassiker, der mit dem Weihnachtsfest musikalisch so eng verbunden ist wie kein anderer, bringt den Hansi dann doch zum Nachdenken. Wäre es denn im Lager der Roten wirklich eine „stille Nacht“ geworden, wenn man gerade gegen Leipzig verloren hätte? Was wäre gewesen, wenn nicht durch eine radikale Taktikänderung im Spiel gegen Mainz nach den leidlich tristen Novemberauftritten eine durchaus glamouröse Adventszeit begonnen hätte, an deren Ende man sich nun einen neuen Titel, nämlich den des Weihnachtsmeisters, anheften darf? Damit man sich auch richtig versteht: der Hansi will an dieser Stelle in keinster Weise an den Auftritten der Bayern herummäkeln. Vielmehr ist es schon erstaunlich, daß der Hansi noch zum Monatsanfang über die K-Frage (K wie Krise beim FC Bayern) philosophieren mußte, nun aber herrscht über der Säbener Straße und der Allianz-Arena tiefer weihnachtlicher Friede. Wenn man also nun zum Jahresende seine Gedanken sortiert, so drängt sich der Schluß auf, daß manche Diskussion doch arg kurzatmig ist und man vielleicht auch im Fußball-Geschäft etwas mehr Luft und Nachhaltigkeit braucht. Ob es auch im Hause Thomas und Lisa Müller im Rückblick auf 2016 eine „stille Nacht“ gibt, entzieht sich natürlich Hansis Kenntnis. Allerdings braucht der Hansi jetzt auch kein großer Hellseher oder Philosoph zu sein, um sich vorstellen zu können, daß man sich zum Jahresabschluß sicher mehr wünscht, als gegen Leipzig über die ganze Spielzeit auf der Bank zu schmoren. Irgendwie paßt es aber zu seinem Jahr, das zumindest eine Delle in seiner bisher so makellosen Karriere bildet. Man kann ihm nur wünschen, daß im neuen Jahr Spiel und Ball wieder zu seinen besten Freunden werden; wie er steht kaum einer für den FC Bayern und so muß es, soll der FC Bayern prosperieren, auch beim Thomas rund laufen.

Wenn der Hansi so aus seinem Stüberl rausschaut und sich fragt, wo es denn noch eine „stille Nacht“ in der Liga gibt, dann sicherlich dort, wo man das Trainerkarrussell schon in den vergangenen Wochen kräftig betätigt hat. Im Umkehrschluß bedeutet das aber, daß überall dort, wo die Weihnachtsgeschenke in Form von Punkten wider Erwarten dürftig ausfallen, Alarmstufe Rot herrscht und eher der Baum zu brennen droht als daß die Engel Hallelujah singen. Dabei bleibt Hansis Blick vor allem in Leverkusen hängen, wo man sich zwar bemüht, jegliche Diskussion um den Trainer im Keim zu ersticken, dennoch sind sich die Verantwortlichen auch bewußt, daß im Vorgleich zum Vorjahr eher Rück- als Fortschritte zu verzeichnen sind. Als große Liebesheirat galt das Engagement von Markus Weinzierl auf Schalke. Flankiert durch die Verpflichtung von Christian Heidel als Sportdirektor schien eine Konstellation gefunden zu sein, die Konstanz versprach und zumindest ein Anklopfen an die Spitze als möglich erscheinen ließ. Zur Winterpause fällt die Bilanz ernüchternd aus: seit eineinhalb Jahrzehnten stand Schalke 04 nicht mehr so schlecht in der Tabelle, von Konstanz ist man etwa so weit entfernt wie Südafrika vom Nordpol. Auf Schalke wurde manch ein Trainer schon aus weit banaleren Gründen entlassen, so daß der Hansi mit einer gewissen Spannung auch nach Gelsenkirchen blickt.

Eine „stille Nacht“ gibt’s aktuell auch bei den Blauen. Anlaß dazu ist ja weniger die sportliche Entwicklung, die wie gewohnt dürftig ist. Weil aber die drängendsten Personalfragen noch rechtzeitig vor den Festtagen gelöst wurden und der neue Trainer sein Können auch noch nicht unter Beweis stellen mußte, herrscht Ruhe im Löwenrevier. Allerdings kommts dem Hansi doch ein wenig so vor, als hätte man da einer dürren Fichte viel zu viel Glitzerkram angehängt und man könnte nur darauf warten, bis der Baum unter dieser Last zusammenbricht.

Habts in diesem Sinne alle ein besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest!

Euer

Hansi

(rs)

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