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Hansis Welt: Hansi zwischen Himmel und Hölle

Hansis Welt ist der Fußball, Zentrum dieser Fußballwelt der FC Bayern. Natürlich tauchen darin auch immer wieder andere Vereine auf, mit denen sich Hansi dann gerne beschäftigt. Wie es sich für einen Roten gehört, lästert er auch immer wieder gerne über die liebe Konkurrenz von der “schäl Sick” aus dem Katzenaufbewahrungsheim.

Für den Hansi ist es eigentlich unvorstellbar, über Fußball zu reden oder zu schreiben und dabei nicht den FC Bayern zum Thema zu haben. Allerdings befinden sich die Roten schon in der Sommerpause, so daß tiefer Friede über der Säbener Straße liegt und kein noch so weit hergeholtes Transfergerücht die Ruhe stört und nach einem Kommentar verlangt. Anders allerdings die Situation ein paar Häusl weiter: beim ruhmreichen Turnsportverein aus dem 19. Jahrhundert endete die Saison sportlich mit zwei Relegationsspielen gegen den SSV Jahn Regensburg, die in der Addition den Abstieg der Blauen in die 3. Liga bedeuteten. Dazu gratuliert der Hansi den „Rothosen“ – und so viel Rot darf es dann schon sein – ganz herzlich. Hansis rudimentäre Kenntnisse von Philosophie haben ihn sogar schon dazu verleitet, das sportliche Faktum als einen Gottesbeweis zu sehen – sozusagen der sechste, denn nicht von ungefähr gilt Regensburg mit der Lehrkanzel des Albertus Magnus und geistigen Vaters der übrigen fünf Gottesbeweise des Thomas von Aquin als Geburtsort der Scholastik, des Rationalismus.

Diesem Rationalismus hat man sich an der Grünwalder Straße ja seit etwa einem halben Jahrhundert konsequent verweigert und so nimmt es kaum Wunder, daß der Fußball-Gott seine Strafe hat folgen lassen. Weil sich die Katzen dann zuletzt auch noch um das Goldene Kalb, pardon, den Dukatenesel aus der Wüste geschart haben, fiel die Rechnung umso härter aus: nicht die 3. Liga, der Amateurbereich wird also nun die sportliche Bühne sein, auf der man sich präsentieren darf, wobei derzeit noch offen ist, ob man die Anforderungen für die Regionalliga Bayern erfüllt oder noch weiter unten auflaufen darf. Des Investors Forderungen nach vollständiger Kontrolle stehen den rechtlichen Auflagen diametral entgegen, so daß sich die Kontrahenten mit Vollgas bis zum womöglich finalen Knall aufeinander zu bewegen.

Vielen Verantwortlichen derjenigen Amateurvereine, in deren Ligen die Blauen möglicherweise starten könnten, dürfte das Schauer über den Rücken jagen, und zwar abwechselnd heiße und kalte. Einerseits dürfte man sich sicher über steigende Zuschauerzahlen freuen, andererseits darf man schon mal anfangen zu rechnen, wieviel ein neues Vereinsheim kosten könnte, wenn die Löwen außer Rand und Band geraten sollten, wie etwa zu Zeiten ihrer Bayernliga-Mitgliedschaft in den 80er und frühen 90er Jahren des letzten Jahrtausends. Dabei sind höhere Kosten für Sicherheit noch nicht inbegriffen und der Verlust an Lockerheit, der mit vermutlich strengeren Kontrollen und größerem Polizeiaufgebot verbunden sein wird, läßt sich ohnehin kaum auf Euro und Cent berechnen.

Bei aller roten Freude über den mehr als wahrscheinlichen Auszug der Miezen aus der Arena (man kann jetzt schon mal die Vilshofener Stadtkapelle bestellen und natürlich auch die lange versprochenen roten Sitze), muß man doch, um wieder den Bogen zum Spirituellen zu schlagen, für die Verantwortlichen beim Bayerischen Fußball-Verband beten, daß die pseudo-apokalyptischen Visionen nicht wahr werden. Keinesfalls muß die Abstiegshölle des Turnsportvereins zur Hölle für alle anderen werden!

(rs)

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